Ginfusion von Lorenzo Pazzaglia: Kann man einen Gin Tonic tragen?
Von Spezieri·Veröffentlicht am 13 giugno 2026
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Ginfusion ist der Duft, den Lorenzo Pazzaglia dem Gin Tonic gewidmet hat — und nein, das ist kein bloßer Gimmick. Es handelt sich um einen aromatischen Zitrusduft aus dem Jahr 2026, der gerade in unsere Regale eingezogen ist und die Idee des Cocktails konsequent ernst nimmt: ein Dutzend Zitrusfrüchte in der Eröffnung, Wacholder und grüner Tee im Herzen, Hölzer und Ambra in der Tiefe. Wer sich je gefragt hat, wie ein Gin Lemon am Handgelenk statt im Glas wirken würde — hier ist die Antwort. Wir schauen uns an, was darin steckt, wie er sich entfaltet und für wen er gemacht ist.
Auf einen Blick
Aromatischer Zitrusduft aus dem Jahr 2026, kreiert von Lorenzo Pazzaglia: Cocktail-Eröffnung mit einem Dutzend Zitrusfrüchten und Minze, Herznoten aus Wacholder und grünem Tee, Basisnoten aus Hölzern und Ambra.
Frisch, aber mit Substanz: kein gewöhnlicher „Wasserduft" für den Sommer, der nach einer halben Stunde verflogen ist.
50 ml für 145 €, Probe von 2 ml für 9 €. Empfehlenswert für alle, die Aperitifs, aromatische Kräuter und botanische Düfte lieben.
Von welchem Duft sprechen wir?
Ginfusion ist eine der Neuheiten 2026 von Lorenzo Pazzaglia, die diesen Monat in das Sortiment aufgenommen wurde. Für alle, die den Namen noch nicht kennen: Pazzaglia begann als Küchenchef im Familienrestaurant an der Adriaküste. Im Jahr 2021 verwandelte er dieses Handwerk in Parfümerie und gründete sein eigenes Haus. Seine Idee ist so einfach wie überraschend: Aromen in Flaschen bannen — nicht nur Blüten.
Das Ergebnis? Düfte, die die Sprache des Tisches sprechen. Sein meistdiskutiertes Werk heißt Carbonara — ja, wie das Gericht — und ist eine Hommage an sein früheres Leben am Herd. Mit Ginfusion ist der nächste Schritt naheliegend: vom Teller zum Glas, von der Hommage an die Küche zur Hommage an den Aperitif.
Hier findest du die gesamte Kollektion von Lorenzo Pazzaglia im Sortiment, einschließlich Proben.
Kann man einen Gin Tonic wirklich tragen?
Ja — denn die Verbindung zwischen Gin und Parfümerie ist enger, als man denkt. Gin ist im Grunde ein aromatisierter Destillat: Wacholder, Zitrusfrüchte, Kräuter und Gewürze — die berühmten Botanicals — sind dieselben Rohstoffe, die ein Parfümeur an seinem Orgel bereithält. Pazzaglia musste nichts erfinden: Er hat lediglich das Glas gewechselt. Und er ist nicht der Erste, der die Bar besucht — die moderne Parfümerie hat bereits Rum, Whisky und Vermouth in Flaschen gefüllt. Der Unterschied ist, dass hier der Cocktail nicht als Kulisse dient: Er ist die eigentliche Struktur des Duftes.
Der Aufbau folgt dem Drink buchstäblich:
Phase | Was man wahrnimmt |
|---|---|
Kopfnote | Zitrusexplosion: Zitrone, Bergamotte, Limette, Yuzu, Pomelo, Mandarine und weitere, mit Pfefferminze als Eisersatz |
Herznote | Der eigentliche Gin: Wacholder, Gin-Akkord, grüner Tee, Estragon, Melisse, Ingwer, Verbene |
Basisnote | Zedernholz, Vetiver, Sandelholz, Kardamom, Eichenmoos, Ambra |
Vom prickelnden Zitrusauftakt des ersten Schlucks bis zu den Hölzern, die in der Tiefe verweilen.
Die Idee ist klar: kein beliebiger Zitrusduft, sondern ein vollständiger Cocktail. Die Pfefferminze übernimmt die Rolle des Eises und vermittelt jene kühle, belebende Empfindung des ersten Schlucks. Wacholder und Gin-Akkord bringen die kräuterige und harzige Dimension. Darunter verleihen Hölzer und Ambra die warme Basis, die verhindert, dass der Duft wie ein gewöhnliches Eau de Cologne verflüchtigt.
Wie duftet er auf der Haut?
Man stelle sich vor, eine Flasche eiskaltes Tonic Water neben einer Handvoll frisch aufgeschnittener Zitrusfrüchte zu öffnen. Die ersten Minuten sind die strahlendsten: Zitrone, Limette und Bergamotte entfalten sich frisch und lebendig, die Minze erfrischt, und für einen Moment steht man wirklich an der Theke einer Bar.

Dann, nach etwa einer halben Stunde, wird der Duft grüner und aromatischer. Der Wacholder tritt in den Vordergrund, der grüne Tee folgt mit seiner leicht bitteren Note, die Kräuter — Estragon, Melisse — verleihen jene mediterrane Gartenseite. Hier hört Ginfusion auf, „nur Zitrus" zu sein, und wird zum echten Gin Tonic mit seinem botanischen Rückgrat.
In den letzten Stunden bleibt eine warme, trockene Haut: Zeder, Vetiver, ein Hauch Ambra und Kardamom. Das ist der Teil, der den Unterschied macht. Ohne diese Basisnoten stünde man vor dem üblichen Zitrus-Eau de Cologne, das kaum einen Atemzug überlebt; mit diesen Basisnoten besitzt Ginfusion einen holzigen Ausklang, der alles zusammenhält und ihn zu einem echten Duft macht — und nicht zu einem Stranddeodorant.
Wie lange hält er und welchen Sillage hinterlässt er?
Eines sei klargestellt: Aromatische Zitrusdüfte leben stark von der Kopfnote. Der strahlende, frische Auftakt ist auch der flüchtigste, und nach den ersten Stunden neigt er dazu, abzuklingen — das gilt für Ginfusion ebenso wie für die gesamte Familie. Doch hier fungieren die Basisnoten aus Hölzern und Ambra als Anker: Die Frische mildert sich, verschwindet aber nicht, und hinterlässt einen Sillage, der sich näher an die Haut schmiegt.
In der Praxis: In der ersten Stunde ist eine großzügige, luftige Projektion zu erwarten — der Sillage, der einen beim Betreten eines Raumes ankündigt — gefolgt von einem intimeren, holzigeren Nachleben. Bei Wärme ist er perfekt: Der Sommer ist sein natürlicher Lebensraum, schwüle Tage machen ihn geradezu erfrischend. Im Winter hält er dank der Basisnoten stand, entfaltet sich jedoch am schönsten, wenn draußen die Hitze flimmert.
Für wen ist er — und für wen nicht?
Ginfusion ist für dich, wenn du Frische mit Seele liebst und die austauschbaren Aquatischen satt hast. Es ist ein sonniger, klarer Duft, geeignet für den Tag, das Büro im Sommer, den Aperitif. Er funktioniert gleichermaßen auf Männern wie auf Frauen: Zitrusfrüchte und Kräuter kennen kein Geschlecht, und die botanische Dimension macht ihn interessant statt banal. Wer Gin, Amaro, Eistee und grüne Düfte liebt, ist hier genau richtig.
Davon Abstand nehmen sollte man hingegen, wenn man etwas Süßes, Warmes oder Umhüllendes sucht: Hier gibt es keine Vanille, keinen Zucker — es ist ein trockener, erfrischender Duft. Und wer von Frische schnell ermüdet, sollte das im Hinterkopf behalten: Die Zitrus-Kopfnote ist seine Signatur, aber auch der Teil, der als erstes abklingt.
Was Alternativen im selben Haus betrifft: Wer von der Idee der „Aromen in Flaschen" fasziniert ist, aber etwas Verführerisch-Genussvolles sucht, sollte einen Blick auf Carbonara werfen; wer hingegen die warme, waldige Seite sucht, wird bei Foresta Magica fündig.
Wie probiert man ihn am besten?
Der Rat ist immer derselbe: erst die Probe, dann der Flakon. Ein aromatischer Zitrusduft wie Ginfusion überzeugt sofort beim ersten Sprühen — er ist frisch, er ist schön, er entlockt ein spontanes „Wie herrlich" — doch die eigentliche Frage ist eine andere: Wenn nach einigen Stunden die Kopfnote abklingt, hält einen die holzige Basisnote in angenehmer Gesellschaft, oder langweilt sie? Nur die eigene Haut kann das verraten.
Deshalb gibt es die Probe von 2 ml für 9 €: Man sprüht ihn auf, trägt ihn einen ganzen Sommertag lang, riecht morgens und abends daran. Wenn man ihn am Ende des Tages noch auf dem Handgelenk sucht, ist der Flakon mit 50 ml eine sichere Wahl. So wählt man einen Duft: auf der eigenen Haut, in aller Ruhe — nicht beim Lesen einer Notenliste.
Schnelle Fragen zu Ginfusion
Ist Ginfusion ein Herren- oder Damenduft?
Keines von beidem im eigentlichen Sinne: Er ist unisex. Zitrusfrüchte, Kräuter und Wacholder funktionieren für jeden, der aromatische Frische liebt. Auf männlicher Haut treten Wacholder und die holzigen Basisnoten stärker hervor; auf weiblicher Haut kommen Zitrusfrüchte und Minze besonders zur Geltung. Einfach ausprobieren — unabhängig vom Etikett.
In welcher Jahreszeit trägt man Ginfusion?
Vor allem im Frühling und Sommer. Es ist ein erfrischender Duft, geschaffen für die Wärme: Schwüle Tage heben seine zitrusfrische und mentholierte Lebendigkeit hervor. Im Winter hält er dank der Basisnoten aus Hölzern und Ambra stand, entfaltet sich aber weniger und wirkt leicht deplatziert. Man denke an Sonne, Aperitifs im Freien, Leinenhemden.
Wie lange hält Ginfusion auf der Haut?
Die frische Zitrus-Kopfnote klingt, wie es für die aromatische Familie üblich ist, nach den ersten Stunden ab. Doch die Basisnoten aus Zeder, Vetiver und Ambra fungieren als Anker und schenken einen holzigen Ausklang, der sich nah an die Haut schmiegt. Bei Wärme ist die Projektion großzügiger. Ein oder zwei Sprühstöße am Morgen, bei Bedarf eine Auffrischung am Nachmittag.
Woran erinnert Ginfusion?
An einen gut gemachten Gin Tonic: frische Zitrusfrüchte, Wacholder, Kräuter und jene leicht bittere Note des grünen Tees, auf einem Fond aus trockenen Hölzern. Weniger einem generischen Aquatischen ähnelt er als vielmehr aromatischen Zitrusdüften mit botanischer Seele. Die Handschrift von Lorenzo Pazzaglia liegt genau hier: kein anonymes Frisch, sondern ein unverwechselbarer Cocktail, in eine Flasche gebannt.
Fazit
Ginfusion ist ein Aperitif zum Tragen: Zitrusfrüchte und Minze, die erfrischen, Wacholder und Kräuter, die Charakter verleihen, Hölzer und Ambra, die alles zusammenhalten. Er ist nicht für jene, die Süßes suchen — hier geht es um Frische mit Rückgrat — doch wer grüne und aromatische Düfte liebt, findet hier eine der heitersten und sorgfältigsten Möglichkeiten, sie zu tragen, besonders im Sommer. Die Regel bleibt dieselbe: erst auf der eigenen Haut ausprobieren.
Beginne mit der Probe von Ginfusion, oder stöbere durch alle Proben, um deine persönliche Blindverkostung zusammenzustellen. Wenn du den richtigen gefunden hast, weißt du es.
